Gfäll zu Racheldiensthütte

Mit den Igelbussen, die im Sommer etwa jede Stunde verkehren, hat man die Möglichkeit, die Tour im Gfäll zu beginnen und an der Racheldiensthütte zu beenden. Vom Parkplatz Gfäll geht es auf dem bequemen Weg zügig bergauf durch herrlichen, artenreichen Mischwald. Der Auerhahn (schwarzer Auerhahn auf gelbem Grund) ist die Markierung für die sehr gut ausgeschilderte Wanderung. Nach etwa einer halben Stunde erreichen wir den Liesl-Brunnen, der zu einer Verschnaufpause einlädt. Wenig später wird der Wald immer lichter, man wandert jetzt durch den ehemaligen Bergfichtenwald. Rechts des Weges kann man die uralten, grob­körnigen Gneisblöcke bewundern.

Zwischen den silbrig glänzenden Gerippen der Fichten wächst ein kräftiger Jungwald nach. Mit zunehmender Höhe schweift unser Blick immer weiter in die Ferne, schließlich bis hin zur Alpenkette.

Eine Tafel informiert uns über Windwurf und Borkenkäfer und bald sehen wir die Gaststätte Waldschmidt-Haus. Gleich neben dem Haus führt rechts ein kurzer, schmaler Weg zum Seeblick. Eine grandiose Aussicht eröffnet sich uns in die Weite und zum Rachelsee hinab. ­Anschließend führen uns zugewachsene Steinstufen weiter bergauf, bald ist die natürliche Baum­grenze erreicht und plötzlich erhebt sich auf einem großen Gneisblock das Gipfelkreuz des 1452 m hohen ­Rachel. Möglicherweise stammt der Name von dem kahlen Felsgipfel, denn racchia bedeutet im Keltischen so viel wie rau und felsig. Von hier oben genießt man den uneingeschränkten Blick auf den Böhmerwald und auf weitere wunderbare Gipfelziele im bayerischen Nationalpark, wie etwa den Lusen und den Falkenstein. Zwiesel ist im Westen gut zu erkennen – gen Süden erblickt man die Nationalparkgemeinden und in der Ferne bei klarem Wetter die Gipfel der Alpen.

Dem Auerhahn folgen wir nun über felsige Pfade bei bester Aussicht hinab zur Rachelseekapelle (Trittsicherheit und gutes Schuhwerk erforderlich). Der Weg führt durch die bizarre Region der abgestorbenen Fichten zwischen grünen, langen Gräsern und Jungpflanzen – bis uns ein Schild den Kapellensteig zur Rachel­seekapelle ausweist. Der Abstecher zu der kleinen Holzkapelle, die auf einer Felskante über dem See thront, lohnt sich allemal. Einige Bänke laden zur Rast ein. Weiter steil bergab geht es zum Rachelsee. Bald kommen wir wieder in eine Zone mit gesunden Bäumen und betreten den

Bergfichtenwald, einen der letzten Urwälder, d. h. eine von Menschen nicht beeinflusste Waldzone. Schließlich steht man vor dem wunderschön gelegenen Moränenstausee. Im Schwarz des Seewassers spiegeln sich die steilen Karwände, die bis zu 387 m hoch sind. Bei dem Anblick möchte man gerne auf einer der Bänke am Ufer Platz nehmen. Beeindruckend ist besonders die Ruhe, die an dem auf 1071 m Höhe gelegenen, eiszeitlichen Karsee herrscht. Eine Schutzhütte und Infotafeln informieren uns über See, Urwald und Eiszeit­spuren. Dann laufen wir wieder wenige Meter zurück. Wer einen Rundweg gehen möchte, kann nun rechts dem Auerhahn zurück nach Gfäll folgen. Ansonsten orientieren wir uns am Buntspecht (schwarzer Specht auf gelbem Grund) und wandern auf dem oberen Weg zur Racheldiensthütte. Dabei passiert man eine Schutzhütte und erreicht eine Lichtung und die Felsenkanzel.

Auf dem Felsvorsprung kann man gut zwischen den Vogelbeerbäumen sitzen, dem Seebach, dem höchsten Quellbach der Ilz, aus der Ferne lauschen und den Blick gen Süden schweifen lassen. Danach beschreibt der Weg eine Rechtskurve und führt nach 150 m links bergab. Der Weg wird nun steiler und steiniger, außerdem kann er nach Regenfällen recht matschig sein. An der folgenden Gabelung halten wir uns rechts, steigen weiter bergab, wenden uns nochmal nach rechts und kommen zur Racheldienst­hütte. Das Waldgasthaus mit Biergarten, Spielplatz und Schwellteich ist der richtige Ort, um die Tour gemütlich ausklingen zu lassen. Anschließend wandert man den Forstweg hinunter und biegt links ab auf den Pfad zur Haltestelle Igelbus und zum Parkplatz Racheldiensthütte, von wo aus eine regelmäßige Busverbindung zurück zum Gfäll besteht.